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Brigita Bakmaz
Praxis für klassische Homöopathie

Praxis für klassische Homöopathie

Die Behandlung

Erstanamnese

Der Begriff Anamnese („Erinnerung“) bezeichnet allgemein die Beschreibung der Vorgeschichte einer Krankheit durch den Patienten. In der Homöopathie wird die Anamnese umfassender verstanden – der Homöopath muss seinen Patienten genau kennen lernen, um das persönlich geeignete Mittel finden zu können. Das setzt Offenheit, Vertrauen und die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben voraus.

Im Spontanbericht können Sie einfach über sich erzählen, über ihre Kindheit, Dinge, die Ihnen wichtig oder ein Ärgernis sind, Vorlieben, Ängste, Sorgen und Träume.

Anschließend werden die körperlichen Symptome im Detail besprochen, ihre Modalitäten ermittelt (was verschlimmert, was lindert sie, wo und wann treten sie auf?) und im Lenkbericht festgehalten.

Dieses erste Gespräch nimmt viel Zeit in Anspruch, etwa zwei Stunden. Danach werden die erhaltenen Informationen ausgewertet. Alle wesentlichen und individuellen Symptome werden im Repertorium nachgeschlagen, dem Verzeichnis homöopathischer Arzeimittelprüfungen. Durch diese Repertorisation werden einige Mittel in die engere Auswahl genommen. Die werden anschließend in der Materiae Medicae dem Nachschlagewerk über die Arzneimittel, verifiziert. Danach erhalten Sie ein homöopathisches Mittel, in der Regel in einer Einzeldosis, drei Globuli (Kügelchen mit in Milchzucker verriebenem Wirkstoff) zur einmaligen Einnahme.

Folgetermine

Folgetermine finden in der Regel etwa vier bis sechs Wochen später statt. Gemeinsam wird erarbeitet und überprüft, ob und wie die Lebenskraft auf das homöopathische Mittel reagiert hat. Es wird beurteilt, ob das Mittel gewirkt hat, ob die Behandlung vielleicht wiederholt werden muss oder ob das Mittel noch arbeitet. Hierfür ist weniger Zeit notwendig, meist genügt eine Stunde.

Homöopathische Arzneimittel

Als Ausgangsstoffe für homöopathische Arzneimittel dienen Produkte aus dem Pflanzen-, Mineral- oder Tierreich und direkte Erregerprodukte. Diese werden in D-, C- oder Q-Potenzen hergestellt, d. h. in 10er, 100er oder 50.000er-Potenzen.

  • 1 Teil des Ausgangsstoffes, verdünnt mit 9 Teilen Trägersubstanz (z. B. Alkohol), danach mittels der Schüttelschläge dynamisiert = D 1. Hiervon wieder ein Teil entnommen, verdünnt mit 9 Teilen Trägersubstanz = D2 usw.
  • 1 Teil des Ausgangsstoffes, verdünnt mit 99 Teilen Trägersubstanz (z. B. Alkohol), danach mittels der Schüttelschläge dynamisiert = C 1. Hiervon wieder ein Teil entnommen, verdünnt mit 99 Teilen Trägersubstanz = C 2 usw.
  • 1 Teil des Ausgangsstoffes, verdünnt mit 49.999 Teilen Trägersubstanz (z. B. Alkohol), danach mittels der Schüttelschläge dynamisiert = Q 1. Hiervon wieder ein Teil entnommen, verdünnt mit 49.999 Teilen Trägersubstanz = Q 2 usw.

Um festzustellen, welche Symptome die jeweiligen Mittel produzieren, werden seit Anbeginn der Homöopathie Arzneimittelprüfungen durchgeführt. Dazu nehmen gesunde Menschen die homöopathisch hergestellten Medikamente ein. Die Symptome, die diese Probanden während der Arzneimittelprüfung neu entwickeln, werden durch den Prüfungsleiter genauestens protokolliert und später in „Arzneimittellehren“ (Materiae Medicae) zusammengefasst. Es gibt mehr als 2000 homöopathische Mittel.

Reaktionsmöglichkeiten

  • Erstverschlimmerung:
    Als Erstverschlimmerung wird eine anfängliche Verstärkung der Krankheitssymptome bezeichnet. Sie kann, muss aber nicht auftreten. Die Erstverschlimmerung ist ein gutes Zeichen, da sie zeigt, dass der Abwehrmechanismus angesprochen wurde und zu arbeiten beginnt. Meist klingen die verstärkten Symptome nach einigen Tagen ab und eine Besserung tritt ein.
  • Ausscheidungsreaktionen:
    Es kann auch zu Ausscheidungsreaktionen kommen, die ebenfalls begrüßenswert sind. Beispiele sind kurzfristiger Durchfall, Schwitzen oder Hautirritationen.
  • Müdigkeit:
    Im akuten Fall ist es oft sehr deutlich: Man gibt das richtige Mittel, das Kind schläft ein und schläft sich gesund. Auch bei chronischen Fällen tritt oft nach der Mittelgabe einige Tage ein erhöhtes Schlafbedürfnis ein, dem Sie - wenn möglich - nachgeben sollten.
  • Rückläufigkeit der Erkrankung:
    Ein korrekter Heilungsverlauf ist rückläufig, die zuletzt aufgetretenen Beschwerden verschwinden zuerst. Während dieses Prozesses können alte Beschwerden zwischenzeitlich wieder auftauchen, insbesondere, wenn sie unterdrückt wurden (wie z. B. ein Hautausschlag durch Cortisonsalbe). Dies sind für den Verlauf der Heilung gute Zeichen.
  • Keine Reaktion:
    Wenn nach der ersten Mittelgabe überhaupt keine Reaktion aufgetreten ist, sollten Sie nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Eine homöopathische Behandlung ist ein längerer Prozess. Man benötigt viel Geduld und Selbstbeobachtung. Um zum richtigen aus über 2.000 Arzneimitteln zu gelangen, ist man als Behandler auf viele Informationen angewiesen.